Physiotherapie auch ohne Arztbesuch

. . . mit Verordnungen vom Heilpraktiker für Physiotherapie

Ärzte verordnen immer weniger Physiotherapie. Vielfach wird aus wirtschaftlichen Überlegungen „Funktionstraining“ verordnet, das eine gezielte, individuelle manuelle Therapie o. a. nicht ersetzen kann.

Gesundheitspolitische Sparmaßnahmen dieser Art entbehren vielfach jeder medizinisch sinnvollen Begründung. Dringend erforderliche physiotherapeutische Behandlungen können nicht begonnen oder zum Abschluss gebracht werden.

Was können Sie tun?

A) Sie bitten Ihren Arzt um eine Privatverordnung, mit der Sie dann zum Physiotherapeuten gehen.

B) Sie gehen direkt zum Physiotherapeuten mit der Zusatzqualifikation „Heilpraktiker für Physiotherapie“. Dieser kann Sie dann kompetent und qualifiziert untersuchen, eine Diagnose stellen und beraten. Auf dieser Grundlage erhalten Sie von ihm eine Privatverordnung über physiotherapeutische Maßnahmen (z. B. Manuelle Therapie und Packung, Krankengymnastik). Damit können Sie auf Rechnung behandelt werden.

Privat versicherte Patienten reichen diese Rechnung dann bei Ihrer Krankenkasse ein. Gesetzlich Versicherte mit einer Zusatzversicherung für z. B. „Naturheilkundliche Leistungen“ können eine entsprechend ausgestellte Rechnung ebenfalls dort einreichen.

Dem medizinischen Unsinn und gesundheitspolitische Irrsinn, den Patienten zu allen möglichen Fachärzten zu schicken, bevor er vielleicht und oft viel zu spät eine „Schmalspur-Verordnung“ für Physiotherapie erhält, kann so entgegen gewirkt werden kann; und Sie können eine erstaunlich gute Erfahrung machen: Ihr Problem ist „be-HAND-elbar“!

Jürgen Kurtz-Wallmann

RAUM FÜR ATMUNG, BEWEGUNG UND HEILUNG

Dieses Motto betont den Grundgedanken unserer therapeutischen Arbeit mit Menschen. Patienten kommen zu uns mit eingeschränkten Bewegungsräumen; erst einmal ganz „objektiv“ bezogen auf Knie, Schulter oder Rücken . . .

Bei vielen Schmerzproblemen ist es erforderlich, diese „objektive“ Sichtweise zu erweitern, mehr Raum zu schaffen für die subjektive Lebensgeschichte des Menschen. Neben Röntgenbild und Laborbefund tritt gleichwertig der Lebens- und Erfahrungsraum des Patienten. Hier werden die Einflüsse, Beziehungen und Prägungen gewürdigt, die den menschlichen Leib geformt, aber auch „gekränkt“ haben.

Dabei stellen sich immer wieder existentielle Kernfragen: Wie stehe ich zu mir selbst? Wie ist meine Beziehung zu den Mitmenschen? Wie erlebe ich mich in Beziehung zur Schöpfung? Oder noch schlichter gefragt: Wie aufrichtig und fürsorglich bin ich zu mir, wie standhaft und wie nachgiebig bin ich gegenüber den Mitmenschen? Fühle ich mich noch getragen und gestützt, wenn ich allein bin oder eher „von allen guten Geistern verlassen“.

In der Atmung, in der Bewegung, aber auch in der spezifischen Heilungserwartung des Menschen drücken sich die ganz persönlichen Kompromisse / körperlichen Symptome aus, die aus diesen Lebensfeldern der Erfahrung erwachsen. Krankheit und Schmerz können ein Motor in der menschlichen Entwicklung sein: vom hilflosen, abhängigen Säugling hin zum Erwachsenen, der sich selbst, dem anderen und der Schöpfung verantwortlich, liebevoll und dankbar begegnet.

Kann ich meine Lebendigkeit in stiller und tiefer Atmung spüren und genießen, oder werde ich dann unruhig und muss etwas tun? Wie war wohl mein erster Atemzug und wie wird mein letzter sein?

Empfinde ich meine Bewegungen eher roboterhaft und fremd gesteuert, oder spüre ich in ihnen einen Klang, eine Musik, die mich in Bewegung bringt.

Den Körper über die Seele heilen oder mit der Arbeit am Körper die Seele befreien? Erst atmen, dann bewegen? Versuchen Sie doch einmal, beim Tanzen die Luft anzuhalten oder beim Singen stocksteif mit hochgezogenen Schultern und durchgedrückten Knieen zu stehen! So hindern wir uns ein Leben lang an der Selbstentfaltung.
Lernen ist einmal als „lebenslange Suchbewegung“ (Tobias Brocher) beschrieben worden. Ich würde damit auch einen Heilungsprozess beschreiben, einen Weg durch das Labyrinth des Lebens, durch das uns kein Verkehrspolizist führt, sondern Selbstvertrauen, Mut und Neugier.

Jürgen Kurtz-Wallmann

DER PATIENT ...

... nur ein „Tropfen Öl“ im medizinisch-technisch-industriellen Komplex*?

Die Krankenkassen beklagen den hohen Zuwachs an Gelenkoperationen und die damit verbundenen Kosten und Folgekosten bei missglückten Operationen.

Physiotherapeuten bekommen diese Opfer des med.-tech.-ind. Komplexes dann auf ihre Behandlungsbank. Langwierige Therapien sind erforderlich, um dieder Patient oft kämpfen muss bei seinem/r verordnenden Arzt/Ärztin, wenn das Patientenwohl der Gesundheitspolitik geopfert wird.

Wie kommt das?

Der Gründungsboom der (ambulanten) Operationszentren führt zu einem erhöhten Bedarf an Patienten. Der Wettbewerb der OP-Zentren untereinander erhöht den Konkurrenzdruck und die Notwendigkeit der „Arbeits-(Patienten)-Beschaffungsmaßnahmen“. Dabei kann es schon einmal passieren, dass kaufmännische Gesichtspunkte maßgeblich sind und nicht medizinische, die in erster Linie das Patientenwohl im Auge haben sollten. Mit den „Kollateralschäden“ dieser aggressiven Wettbewerbssituation und Patienten-Acquise muss der Patient dann leben (der weiter behandelnde Hausarzt auch!).

Diese fatalen Risiken können Sie vermindern, wenn Sie folgendes beachten:

• Physiotherapie kommt vor Operation
• ärztliche und chirurgische Beratung bei Spezialisten einholen:
- einer sollte konservativen Behandlungen den Vorzug geben
- mindestens einer sollte angestellt im Krankenhaus tätig sein
• Nutzen Sie alle Informationsmöglichkeiten: Internet, Fachbroschüren (Buchhandel), Bücherei
• Gehen Sie mit einer kritischen Verbrauchereinstellung an die Wahl Ihres Operateurs heran!
Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten!

Bedenken Sie: der informierte und mündige Patient sucht nicht nur Spezialisten und medizinisch - therapeutische Autoritäten, er muss auch ein gewisses Maß an Eigenkompetenz entwickeln. Dann ist er nicht nur ein „Tropfen Öl“ im Getriebe des medizinisch - technisch - industriellen Komplexes, und die Chance wächst, dass auch etwas Gutes dabei heraus kommt.

*Ivan Illich „Die Enteignung der Gesundheit“, 1975

Jürgen Kurtz-Wallmann

KRISE, ANGST UND SCHMERZ

Weltwirschaftskrise, Finanzmarktzusammenbruch und drohende Massenarbeitslosigkeit spiegeln sich in den Körpern von Millionen Einzelschicksalen wider: Angst, Stresssymptome und Schmerzerkrankungen aller Art nehmen dramatisch zu. Zeitgleich machen falsche Heilsbringer von sich lauthals Reden und bieten politischen, wirtschaftliche und pharmakologische Auswege aus der Not an, die sich für viele Menschen zu einer existenzbedrohenden Lebenskrise auswächst.

Was zeichnet eine befriedigende menschliche Daseinform aus? Vielleicht erst einmal und immer wieder eine gute Beziehung zu sich selbst, zu seinen Mitmenschen und zur Schöpfung: allein und frei wie ein Baum, gemeinsam und verbunden wie ein Wald.

In der Krise steckt auch immer die Chance, kritisch und wach zu werden, ein klares Urteilsvermögen zu entwichkeln, damit wir nicht wieder dafür bestraft werden, den falschen Beratern und Rettern vertraut zu haben. Wir haben vielleicht ein Vermögen verloren; das ist der Preis dafür, dass wir unseren vorausschauenden und rücksichtsvollen Menschenverstand weiterentwickeln dürfen. Auf dieser Basis können Wüsten wieder zu Oasen werden.

Jürgen Kurtz-Wallmann

Ein Mann sagt zu seiner Frau: „Ich geh` mal wieder zum Arzt. Der muss doch auch leben!” Der Mann geht zum Arzt und bekommt ein Medikament verordnet. Anschließend geht er zur Apotheke, löst die Verordnung ein und denkt: „Der Apotheker muss doch auch leben!” Zuhause legt er die Packung in eine Schublade. Nach einiger Zeit fragt ihn seine Frau: „Willst du denn gar nicht das Medikament einnehmen?” „Nein, natürlich nicht! Ich will doch auch leben!”


BEHANDLUNG oder: Warum wir machmal die „Englein singen hören” . . .

... bei Tuina oder anderen Manuellen Therapien





Stellen Sie sich vor: Ihr Körper ist ein Musikinstrument, vielleicht ein Steinway-Flügel. Die Saiten der Klaviatur ziehen wie die Akupunktur-Leitbahnen durch Ihren Körper und die Tasten entsprechen den Akupunktur-Punkten. Eines Tages ist es soweit: Sie fühlen sich verstimmt. Sie klingen nicht mehr so hell und rein wie früher; im Konzert mit anderen werden Ihre Misstöne immer deutlicher. Die Harmonie ist dahin und irgendwann ist klar: Hier muss ein Fachmann, ein Klavierstimmer her.

Ich will den Vergleich, das Bild, nicht überstrapazieren, möchte nur deutlich machen, dass der Schmerzpatient so manchen Irrweg geht (Tabletten, Spritzen, Wellness-Anwendungen, Skalpell, manchmal auch noch der Psychologe), bevor er endlich beim Schmerzphysiotherapeuten landet, der „Unstimmigkeiten“ unter den mehr als 600 Muskeln und 200 Knochen aufpürt.

Die Regeln, nach denen der Therapeut arbeitet, mögen noch so kompliziert sein - er hat lange Jahre gebraucht, sie zu lernen -, in der Körperarbeit am Patienten erscheint es leicht, rhytmisch, beschwingt. Die Missklänge lösen sich oft auf in ein angenehmes „Wohlweh“ (altertümlich für wohltuender Schmerz). Der Mensch als Resonanzkörper kann vertraut mit sich in Einklang kommen, vorausgesetzt er sucht einen Fachmann auf.

Jürgen Kurtz-Wallmann